Besuch im Mai 2013




Der Jüngste der Familie Indolean versteckt sich vor uns.


Cristina wohnte hier mit ihrem Vater Jeno auf 1.5 x 2 m Wohnfläche. (Jeno verstarb eine Woche nach unserem Besuch)

Ein Bube aus Borsa freut sich über unseren Besuch

Der gezügelte Hausrat der Familie Ruha

Florentina unterstützt ihre Familie mit CHF 50.00 die sie von einer Sponsorin aus der Schweiz erhält.


Auf dem Weg zu Familie Indolean in Satu Lung.


Bei schönstem Wetter und sommerlichen Temperaturen besuchten drei Mitglieder der Rumänienhilfe Malans die Projekte in Rumänien. So schön die Natur auch war, so traurig waren zahlreiche Erlebnisse bei unserem Frühjahrsbesuch.

Die wirtschaftliche Lage hat sich für viele Menschen verschlechtert. Arbeitsplätze sind für Leute ohne Ausbildung praktisch nicht vorhanden. Die sozialen Leistungen ebenfalls kaum.

In einem kurzen Abriss möchten wir einige Eindrücke unseres Besuches schildern:

Cristina: Cristina ist eine einsame junge Frau, ohne Ausbildung und ohne Perspektiven. Lange hat sie zusammen mit ihrer Familie in einem Keller gelebt. Vor einem Jahr wurde ihnen die „Wohnung“ von einem Tag auf den anderen gekündigt. Die älteren Geschwister fanden eine Unterkunft. Cristina zog mit ihrem Vater Jeno in einen Schuppen, der ein Freund ihnen zur Verfügung gestellt hat. Die beiden wohnten in der Baracke von 1,5 x 2m. Vor vier Wochen trank Jeno Methylalkohol, der nicht als solcher angeschrieben war. Seither liegt er im Koma. Cristina wohnt weiterhin in diesem Schuppen – sie hat weder Job, noch Geld noch Essen.

Wir konnten mit dem Vermieter des Schuppens abmachen, dass er sie weiterhin dort wohnen lässt und dass sie einmal täglich eine Mahlzeit erhält. Die Rumänienhilfe Malans bezahlt an den Vermieter monatlich Lei 200, was ungefähr € 50 entspricht, sowie zusätzlich € 25 für Brot und das Allernötigste zum Leben. Wir werden die junge Frau weiterhin unterstützen und versuchen, sie im rumänischen Hilfsverein einzugliedern.

Familie Ruha: Vor einem Monat wurde der Familie mitgeteilt  Sie müssten ihre Wohnung (die beiden Zimmer) umgehend räumen.

Luminiza, die Mutter,  meldete sich darauf umgehend beim Sozialamt. Dort konnte man für die Familie nichts tun, da der Vater nur als Hilfsarbeiter angestellt ist.

Sie fanden eine Unterkunft bei der Schwiegermutter in einem alten Wohnblock im Keller. Dort hat es weder Fenster noch Lüftungsmöglichkeiten. Die Luftfeuchtigkeit liegt bei 70%. Die Stromzufuhr ist auf 24V begrenzt und als Kochgelegenheit dient ein kleiner Campinggasofen.

Die Gesundheit der Mutter ist angeschlagen. Sie hat Tuberkulose. Der Vater arbeitet als Hilfsarbeiter und erhält rund €100 pro Monat, sowie Essensrationen für die fünfköpfige Familie.

Positiv sind die guten Schulnoten der Tochter Florentina. Die 15jährige möchte eine Ausbildung als Friseurin machen. Die Leute vom rumänischen Hilfsverein werden sie bei der Lehrstellensuche unterstützen.

Wir haben zehn weitere Projekte besucht, mit denen wir uns intensiv auseinandersetzen. Auch nach unserer Reise nach Rumänien beschäftigen uns damit. Bei jeder Annahme und beim Sortieren der Hilfsgüter überlegen wir uns, wen wir mit diesem oder jenem Hilfsgut unterstützen können.